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23.Januar.2012 │ Lernen-Helfen-Leben e.V.

UNO-Genossenschaftsjahr und Schülergenossenschaften

Mit dem „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ zu welchem die Vereinten Nationen das Jahr 2012 ausgerufen haben, werden wir sozusagen mit der Nase auf eine ganz spannende Weltwirtschaftordnung gestossen, die fast überall um die Ecke irgendwie vorhanden ist und doch noch ganz im Schatten der Spekulationswirtschaft steht, die jetzt den Euro gefährdet und weswegen die Schuldenkrise gemeistert werden muß. Genossenschaften sind von Anfang an „Kinder der Not“ - und gerieten deswegen ganz ungerechtfertigt in Deutschland nach dem „Wirtschaftswunder“ etwas an den Rand.


"Einer für Alle, Alle für einen", so das Motto von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen, der im fernen Westerwald als Bürgermeister zu Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert Verantwortung für notleidende Bauern übernahm und das Genossenschaftsprinzip entwickelte. Daraus ist eine weltweit höchst erfolgreiche Bewegung entstanden - leider im Staatssozialismus des Kalten Krieges mißbraucht - die dann in den 90er Jahren vom "schnellen Geldverdienen" der "Yuppies" milde belächelt wurde. Erst heute sehen wir mit Schulden- und Bankenkrise, daß Genossenschaften meist stabil dastehen, wie eh und je. Der UNO-Generalsekretär bringt das Thema auf den Punkt: "Cooperatives are a reminder to the international community that it is possible to pursue both economic viability and social responsibility." Genossenschaften in Deutschland haben deswegen das UNO-Jahr unter das Motto gestellt "Ein Gewinn für alle - die Genossenschaften". Der "Internationalen Tag der Genossenschaften" soll am 7. Juli 2012 stattfinden. Besonders viele Genossenschaften haben sich bundesweit Sponsorenläufe ausgedacht zur Unterstützung von gemeinnützigen Projekten. Bloß Hannover tanzt aus der Reihe: In der niedersächsischen Metropole steigt der "Tag der Stubenhocker" - organisiert von den örtlichen Wohnungsgenossenschaften. 

Lernen-Helfen-Leben e.V., der Entwicklungshilfe-Verein aus Diepholz will im UNO-Genossenschaftsjahr mit kongolesischen Partnern gleich zwei nagelneue Genossenschaften gründen, um die vom deutschen Entwicklungsministerium geförderten Ziegeleien gemeinwirtschaftlich zu verwalten. 

Wen wunderts, daß inzwischen Schülergenossenschaften ganz groß rauskommen - und ein Schwerpunkt dafür ist sogar in Niedersachsen. Immer mehr Schülerfirmen gründen sich als Genossenschaften. "Das gemeinsame Arbeiten in einer nachhaltigen Schülergenossenschaft", so die Initiatoren, "eröffnet Schülern Einblicke in konkrete wirtschaftliche, ökologische und soziale Zusammenhänge. Es verlangt Innovation, Kreativität, Eigeninitiative und Teamgeist, regt unternehmerisches Denken und Handeln an und bringt Orientierung für das spätere Berufsleben." 

Schülergenossenschaften vermitteln Schlüsselqualifikationen und -kompetenzen, die weit über die für andere Schülerfirmen notwendigen hinausgehen. Gruppen lernen, was Solidarität in der Zweckgemeinschaft bedeutet. So zeigt uns das Internationale Jahr der Genossenschaften der Vereinten Nationen eine alternative Weltwirtschaftsordnung, die wir fast vergessen hätten...  

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