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20.Februar.2012 │ Lernen -Helfen -Leben. e.V.

10. Kongobrief - au revoir Bukavu, hallo Uvira

Von früh bis spät hatte ich heute Treffen und Sitzungen. Früh um 8 hatte ich mich mit Pater C. verabredet, der mir Briefe nach Deutschland mitgegeben hat.


Freitag, 17. Februar

Hier hängen keine Briefkästen rum, wo man sowas frankiert reinwerfen kann und den Rest erledigt die Post. Das ginge allerdings im benachbarten Ruanda, wo solche Dienste besser funktionieren, ist aber etwas umständlich hinzukommen. 

Anschliessend waren nochmal die Leiter der drei Ziegeleien zusammengekommen für einige Absprachen. Sie werden künftig eng zusammenarbeiten und sich austauschen. Danach fuhren Henriette und ich ins Büro von Innocent, den einige von Euch kennen und der im vorigen Jahr in Deutschland war (sein Bericht dazu findet sich auf www.entwicklungspolitische-baustelle.l-h-l.org unter Schulen NRW).

Wir hatten ein Abschlussgespräch zu den verschiedenen Aufforstungen und begannen Pläne für künftige Projekte zu schmieden. Mittags gingen wir zu seinem Lieblingsrestaurant, mit Selbstbedienung und köstlicher kongolesischer Küche mit grosser Auswahl. Der Mittagstisch, egal wieviel auf dem Teller war, kostete 5 Dollar. Dort trafen wir auch Bosco, der dann mit uns zum Büro der Partnerorganisation fuhr, wo wir mit den Agronomen und Projektleitern der Aufforstungen das Abschlussgespräch hatten und auch einiges kritisch unter die Lupe nehmen mussten. 

Samstag 18. Februar

Eigentlich hatten wir für heute die Rückfahrt nach Uvira geplant, aber Bisuzu hatte noch eine Begegnung für mich in Katana vermittelt. So brach ich frühmorgens mit ihm und Antonios in einem Taxi auf nach Katana, am Kivusee entlang, Richtung Norden. Dort hats mit einem Projekt einige Probleme, deren Hintergrund mangelnde Koordinationsbereitschaft von anderen Partnern in Deutschland war. Darunter litt das ganze Projekt. Heute konnten wir endlich alles in Ruhe besprechen mit etwa 15 Männern und Frauen. Und hier habe ich zum wiederholten Masse erlebt, welche Meister manche Afrikaner in der Regelung von Konflikten sind. Bisuzu und Antonios arbeiteten sich vor, um alles zu verstehen, übersetzten meine Ausführungen in Kisuaheli und dann liess man mich alleine sitzen und alle Leute gingen raus, auf die Wiese unter einen Baum und jetzt wurde palavert. Mindestens eine Stunde lang. Dann hatte man die Lösung, die jetzt den verschiedenen Partnern vorgeschlagen werden soll. 

Ich hatte Zeit in dieses Tagebuch zu schreiben und eine Hochzeit anzuschauen, die draussen auf der Strasse mit viel tam tam und Gesang vorüberzog. Heute ist vielerorts Hochzeitstag, später auf der Rückfahrt begegnete uns noch ein Hochzeitszug, d. h. die Gäste ziehen mit dem Brautpaar von Standesamt bzw. Kirche zum Ort der Festlichkeiten und das mit viel Lärm, Gesang und Tanz. 

Wir waren ja mit dem Taxi gefahren und schon früh hatte ein kräftiger Regen begonnen. Wir waren alle sehr nass geworden, doch am Ziel war alles wieder trocken, dafür begann dort ein Gewitter mit einem noch heftigeren Regen, durch den wir aber durchmussten, da half gar nichts. Angekommen hatte ich völlig verschlammte Schuhe und auch der untere Teil der Hose war verdreckt. Dann schaute ich mir die Halbschuhe von Antonios und Bisuzu an und ihre Hosen: Pikopello. Kein Schmutz, blitzblank sauber. Waren sie nicht denselben Weg gelaufen? Auch den Frauen fiel dies auf und mir blieb nichts anderes als zu sagen, dass die Muzungus halt schmutziger seien als die Afrikaner und diese sich vielleicht auch geschickter auf den schlammigen Wegen über Stock und Stein fortanzubewegen.

Auch die Rückfahrt ging in einem Taxi. Diese sind generell Sammeltaxis. In Deutschland waeren sie für 4 Personen plus Fahrer zugelassen. Unsere Taxifahrer fahren aber erst los, wenn 6 Fahrgaeste in ihrem Gefährt sitzen. So lange mussten wir warten und dann sitzen vorne immer drei, also neben dem Fahrer noch zwei - mit Anschnallen ist da nichts, und hinten sitzen vier Personen. Das geht, selbst wenn sich da, wie auf der Rückfahrt, noch eine füllige Maman dazwischenzwängt. Man ist bei dieser Naehe sozusagen ganz schnell mit den anderen Fahrgästen per Du und dann wird erzählt und der Muzungu wird ausgefragt. Das sind immer ganz unterhaltsame Fahrten.

Zurück in Bukavu hatten wir noch ein interessantes Treffen mit einem Priester und seiner Mitarbeiterin, die aus Shabunda kamen, also ganz weit im Südwesten der Provinz, wo noch ganz viel Regenwald ist. Wir verabredeten eine Zusammenarbeit zu prüfen. Das ist die Gegend, wo der Vizegouverneur auch gerne eine Ziegelpresse aufgestellt hatte, aber wir fanden keine Partnerorganisation.

Abends hatte uns Dr. Peter eingeladen, ein langjähriger Freund hier, der leider behindert ist, weil er als Junge mal von einem Avocadobaum gefallen ist und seither Krücken benötigt. Aber er ist sehr intelligent, hat studiert und leitet jetzt eine Baufirma, die alle möglichen Baumassnahmen für Hilfsorganisationen sehr zuverlässig durchführt. Er meinte uns ins teuerste Restaurant führen zu müssen, um unser Primus zu trinken. Dort residierten dann fast ausschliesslich Muzungus, die das Geld hatten, hier alles zu bezahlen. Trotzdem hatten wir nahe des Seeufers unter Palmen einen schönen Abend, nur erschrak ich, als ich Dr. Peters Rechnung sah. Das Primus hätten wir auch günstiger bekommen können. Die anderen Europaer scheinen hier ihre Spesen zu verbraten.

Wir fuhren mit seinem Auto wieder zurück durch das nächtliche Bukavu, das ziemlich menschenleer war. Damit ist auch schon unser Aufenthalt hier beendet. Morgen gehts wieder zurück nach Uvira und in wenigen Tagen verlassen wir den Kongo. So weiss ich noch nicht, wann die nächste Gelegenheit fürs Internet ist.

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