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28.Februar.2012 │ Lernen -Helfen -Leben e.V.

12. Kongobrief - Besichtigung einer Schälmaschine und Waschhaus

Straßenszene in der Nähe von Bukavu

Straßenszene in der Nähe von Bukavu

Reisschälmaschine

Reisschälmaschine

Reisschälmaschine

Reisschälmaschine

Das Waschhaus

Das Waschhaus

Heute steht der Besuch der Reisfelder von Kiliba auf dem Programm. Von der Bingo-Stiftung in Hannover hatten wir eine Unterstützung bekommen, um für die Reisbäuerinnen eine Schälmaschine anzuschaffen samt Gebäude für die Unterbringung und für ein Waschhaus.


Dienstag, 21. Februar 2012

Der Tag ist mal wieder glühend heiß, so heiß, dass Jean-Ferdinand, unser Partner in Uvira, der mit Asthma zu kämpfen hat, nicht mit uns im heißen Auto fährt, sondern sich lieber auf ein luftiges „Moto“ setzt und vorausfährt. Nach etwa 30 km Fahrt gen Norden sind wir am Ziel. Die Schälmaschine ist in einem einfachen, sehr hohen „Hangar“ untergebracht, der rundrum mit Stöcken und Lehm und obendrauf mit Wellblech gegen Regen und Sonne schützt und vor allem abends abschließbar ist, damit das „gute Stück“ auch sicher untergebracht ist. Drinnen rattert die Reisschälmaschine. Viele Säcke Reis warten darauf, gebrauchsfertig geschält zu werden, wozu zwei Durchgänge nötig sind. Der erste für die Schale, die nach draußen geblasen wird, der zweite für die Kleie, die als Viehfutter gilt. Für die Schale hat man noch keine Verwendung. Da wir ein paar Tage vorher bei der Gruppe „Wote Pamoja“ etwas über eine kleine „Pelletsmaschine“ gehört hatten, die in Bukavu zu kaufen sei, diskutierten wir mit den Leuten, ob das nicht vielleicht eine Verwendung wäre. Solche Pellets wären eine nützliche Alternative zum Brennholz, vor allem aber zur Holzkohle... Im Hangar war allerdings noch ein Problem nicht zufriedenstellend gelöst: Die Abgase des Motors verteilten sich im Gebäude, weil das Ofenrohr defekt war und sie deshalb nicht nach draußen leiten konnte. So waren die Arbeitsbedingungen fast unerträglich. Man wollte sich so schnell wie möglich um die Reparatur bemühen. 

Anschließend liefen wir durch die glühende Hitze ein paar hundert Meter entlang der Reisfelder zum nagelneuen Waschhaus mit drei Duschräumen für Frauen und einem für Männer. Aber was heißt Duschen, wo's keine Wasserleitungen gibt? Außer in den Innenstädten gibt’s im Kongo keine zentrale Wasserversorgung. Im allgemeinen muß das Wasser von zentralen Brunnen geholt werden oder aus dem Fluß oder einem Bach. Wir sehen somit sogenannte „Nasszellen“, aber für die Wasserversorgung muß jede Frau und jeder Mann selbst sorgen, nämlich per Schüssel oder Eimer aus dem wenige Meter entfernten Bewässerungskanal. Immerhin erfüllen die Räumlichkeiten den Zweck vor allem die Damen vor den neugierigen Blicken zu schützen, wenn sie sich bisher, nach getaner Arbeit in den schlammigen Reisfeldern, im Bewässerungskanal reinigen bzw. baden mußten. Doch jetzt gibt’s noch einen „Luxus“: Das Waschhaus hat auf beiden Seiten jeweils einen großen „Waschstein“ mit einer leichten Vertiefung, wo die Wäsche geschrubbt werden kann – so wie das vor Erfindung der Waschmaschinen auch in Europa üblich war. (Übrigens Ihr Niedersachsen: Im Museumsdorf Cloppenburg läßt sich in einer Ausstellung u.a. das Wäschewaschen früher und in der Neuzeit bis zur Waschmaschine nachverfolgen!)

Uns macht die Hitze zu schaffen. In Deutschland soll's noch ganz kalt sein, aber wir schwitzen hier bei vielleicht 35 oder 40 Grad im Schatten. Der heftige Regen vom Wochenende ist vorbei. Wir sind deswegen froh, wieder im Auto zu sitzen mit reichlich Frischluftzufuhr bei offenen Wagenfenstern. Zurück in Uvira verabschieden wir uns von Jean-Ferdinand und Antonios. Henriette und ich beschliessen, in der Bar „unseres“ Restaurants noch ein „Primus“ zu trinken. Wir bekommen direkt am Straßenrand hinter grünen Ranken einen Platz. Dies ist unser letzter Tag im Kongo. Morgen früh geht’s dann wieder nach Bujumbura in Burundi zum Flughafen. Die vier Wochen im Kongo sind in der Tat wie im Flug vergangen. Wir lassen einige unserer Erlebnisse Revue passieren und überlegen, welche Projekte in Zukunft vielleicht möglich sind – vorausgesetzt uns werden dazu Mittel bewilligt und vorausgesetzt einige Menschen sind bereit, uns dafür ihre Spenden zukommen zu lassen.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Reisetage sind in Afrika „Wartetage“. Zunächst warten wir eine gute Stunde auf unser Taxi, dann geht’s erstmal zur Grenze. Auf kongolesischer Seite müssen wir uns wieder an Papa und Mama erinnern, in Burundi sind 40 Dollar für das Transitvisum fällig. Überall jedoch, das muß einmal klar gesagt werden, sind die Grenzbeamtinnen und -beamten (viele Frauen tun hier Dienst!) sehr freundlich. Im Flughafen ist an jeder Ecke eine weitere Kontrolle und dann beginnt wieder das Warten – diesmal aufs „Boarding“. Aber dann ist es soweit und kurz später sind wir schon „über den Wolken“, denn hier ist ja Regenzeit. Doch vorher gelang uns noch ein grandioser Ausblick auf den nördlichen Tanganjikasee bis der Flieger in den Wolken verschwand. Etwas später lag der riesige Victoriasee wolkenfrei unter uns, aber schon bald neue Wolken und die Zwischenlandung in Nairobi wurde zu einer recht wackeligen Angelegenheit. Ganz klar: Wolken mögen keine fliegenden Eindringlinge. 

In Addis trennten am Abend sich unsere Wege. Henriette wollte mit einem Nachtflug schon am frühen Morgen in Frankfurt sein. Ich bleibe noch ein paar Tage in Äthiopien und nachdem das Visum im Pass klebt und das Gepäck vom Band runtergeholt werden konnte stehe ich draußen in der Halle – aber niemand wartet auf mich. Was ist mit J.? Wollte er mich nicht abholen? Hatte er dies nicht mehrmal per Email betont? Stattdessen werde ich von Hotelagenten und Taxifahrern bestürmt, die mir ihre teuren Dienste anpreisen. Nein, ich benötige sie nicht, ich würde noch abgeholt. Naja, hoffentlich... Wo ist nur J.? Ich warte fast eine Stunde. Dann entschliesse ich mich das Büro der Fluggesellschaft aufzusuchen und auf den nächstbesten Flug nach Deutschland umzubuchen und wohl oder übel in einem der teuren Hotels Quartier zu nehmen, die hier ihre Agenten auf Kundenfang aussenden. Als ich mich auf der Galerie befinde, wo noch Geschäfte offen sind, sehe ich mit einemal unten in der Halle J. Jetzt aber schnell runter. Ist er also doch gekommen. Ein Verkehrsstau, den's auch in Addis oft gibt, hatte ihn aufgehalten. Wir begrüßen uns herzlich. Er hat ein kleines, ganz einfaches, aber – wie ich später feststellte sehr sauberes und schönes Hotel für mich gebucht, ganz in der Nähe seiner Wohnung. Dort bekamen wir sogar noch ein äthiopisches Abendessen serviert und hatten uns viel zu erzählen...

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