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Evangelische Jugend setzt sich für Anerkennung der religiösen Vielfalt ein

»Und was glaubst du?« – Über diese Frage tauschten sich rund 40 Tagungsteilnehmer(innen) der gemeinsamen Fachtagung von Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) und Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen e.V. (aejn) in Hannover Anfang dieser Woche aus.


Begegnungen zu schaffen und nicht nur über den Dialog zu sprechen, war Ziel dieser Fachtagung, die daher in Kooperation mit der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) und der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannovers (LJGH) durchgeführt wurde. »Die Evangelische Jugend fördert auf diese Weise  verstärkt den Dialog und erachtet Begegnungsräume als wichtig und notwendig, um Vorurteile und Annäherungsängste abzubauen«, betont Sarah Vogel, Projektleiterin des aej-Projekts »Dialog und Kooperation«.

Zu Beginn der Tagung stellte Juniorprof. Dr. Erna Zonne das Thema »Interreligiöses Lernen in der Jugendarbeit«  vor. »Wenn bei einer interreligiösen Begegnung von den Beteiligten fast automatisch eine traditionell-formulierte und argumentierte insider-Terminologie erwartet wird, drohen die mehrheitlich nicht traditionellen Glaubensauffassungen von Jugendlichen überhört zu werden«, betonte die Juniorprofessorin und diskutierte mit den Tagungsteilnehmer(inne)n, wie interreligiöses Lernen unter Jugendlichen gelingen kann.

Ein Highlight war der fachpolitische Abend im Haus der Religionen Hannover, bei dem die Tagungsteilnehmer(innen) von Dr. Wolfgang Reinbold, als 1. Vorsitzender des Hauses und Cornelia Dassler, Landesjugendpastorin und aej-Vorstandsmitglied, begrüßt wurden. Dr. Dursun Tan, Referatsleiter in der Abteilung Integration des Niedersächsischen Sozialministeriums sprach ein Grußwort, bevor eine Podiumsdiskussion praktische Einblicke in die Kinder- und Jugendarbeit unterschiedlicher Religionsgemeinschaften bot. Dabei tauschten sich eine Jüdin, ein Buddhist, eine Bahai und eine Muslima über Fragen der Beteiligung von jungen Menschen in ihren Gemeinden und über Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs aus.

Am Dienstag boten Workshops zu den Bereichen offene Arbeit, Freizeiten, interreligiöses Lernen und Geschlechterfragen die Möglichkeit sich in Kleingruppen über Ansätze und Methoden der praktischen  Arbeit vor Ort auszutauschen. »Tiefgehende Gespräche, Methoden zum Ausprobieren, eine hohe Motivation für die weitere Arbeit und eine neue Kooperation«, lautete die Antwort einer Tagungsteilnehmerin auf die Frage, was sie von der Tagung mit nach Hause nehme.

»Deutschland ist ein Land der kulturellen und religiösen Vielfalt. Die Förderung des Dialogs ist die daraus resultierende Aufgabe von Politik, Kirche und Gesellschaft. Mit dieser Tagung geht die Evangelische Jugend einen weiteren Schritt, das friedliche Miteinander in unserer multireligiösen Gesellschaft zu stärken«,  fasst Cornelia Grothe, Geschäftsführerin der aejn, zusammen.

Die Fachtagung fand im Rahmen des aej-Projekts »Dialog und Kooperation« statt, welches vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird.

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