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Gestützt auf neuere Ergebnisse aus Studien über die Mediennutzung junger Menschen machte er klar, dass rund 70 % der 14-29jährigen in Communities sozialer Medien unterwegs seien. Gleichzeitig nimmt die Nutzung von Printmedien weiter ab. Er trug vor, dass sich immer noch 46 % dieser Altersgruppe kein Leben ohne Bücher vorstellen können, ein Leben ohne Internet aber schon 86 % nicht mehr.
Ausführlich stellte Heuermann auch dar, wie sich durch die verstärkte Nutzung der sozialen Medien das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit immer mehr vermischt. Jeder der in sozialen Medien aktiv sei, sollte auf Authentizität und Ehrlichkeit setzen und darauf achten, dass seine Informationen für seine »Freunde« bedeutend sind. Denn attraktiv sind Beiträge dann, wenn sie interaktiv sind, also auch gefragt wird, was andere dazu meinen und wenn sie einen Eigenwert, Exklusivität, haben. Diese Grundsätze zu beachten, empfahl Heuermann auch den Jugendverbänden für ihre Kommunikation in den sozialen Medien, die seines Erachtens schneller und erfolgreicher bei der Information, Vernetzung und bei der Organisation von gemeinsamen Aktionen seien. Als Beispiele nannte er z. B. die Bedeutung, die die sozialen Medien bei der Mobilisierung für Demonstrationen im Zusammenhang mit »Stuttgart 21« oder im Rahmen von Online-Petitionen hätten.
Am Nachmittag stellten Sonja Reichmann, Mareike Dee und Hans Schwab, Landesjugendring Niedersachsen dar, wie die Jugendverbände die sozialen Medien noch erfolgreicher für ihre Arbeiten nutzen können. Insbesondere in der Verbesserung ihrer Netzwerke, in der Intensivierung der Beziehungen zu ihren Mitgliedern, der Förderung der Beteiligung und in der Beschleunigung der Prozesse, zu gemeinsamen Positionen zu kommen, sahen sie die Vorteile.
In der sehr lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass die Jugendarbeit durch die Nutzung der sozialen Medien eine schnelle Teilhabe am Informationsreichtum ihrer Mitglieder und der Betroffenen ermöglichen kann und damit ein Ausbau der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an den sie betreffenden Fragen erreicht werden kann. Kritisiert wurde in diesem Zusammenhang der kommende neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV), der nach Auffassung der 50 TeilnehmerInnen keinen effektiven Jugendschutz bieten wird. Stattdessen wurde dafür plädiert, die außerschulische Jugendarbeit auszubauen, denn so hieß es: »Der beste Medienschutz ist Medienkompetenz und die baut entscheidend auf Sozialkompetenz auf, wie sie in der Jugendarbeit erworben werden kann«. Vor diesem Hintergrund wurden auch die der Jugendarbeit auf Landesebene drohenden Kürzungen von bis zu 30 % in den nächsten beiden Jahren und Aufweichung des § 47 f zur Kinder- Jugendbeteiligung in Schleswig-Holstein deutlich kritisiert. Die Landesregierung will die bestehende Muss-Vorschrift für die Jugendbeteiligung in eine Kann-Regelung überführen und damit wieder den Kommunen die »Freiheit« geben, selbst zu entscheiden, ob sie Jugendliche beteiligen wollen oder nicht.
Hintergrund
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die Interessen von 26 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zurzeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.