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In Zeiten, in denen demokratische Strukturen und die Zivilgesellschaft zunehmend unter Druck stehen, setzten die Jugendverbände ein gemeinsames Zeichen für Solidarität und gelebte Demokratie. Mit ihren Beschlüssen brachten sie sich als starke Arbeitsgemeinschaft in aktuelle gesellschaftliche und jugendpolitische Debatten ein. Das höchste Gremium des DBJR verabschiedete wichtige politische Positionen und wählte eine neue stellvertretende Vorsitzende.
„Gerade in Zeiten, in denen die Demokratie unter Druck steht, zeigt unsere Vollversammlung, wie wichtig starke und selbstorganisierte Jugendverbände sind. Hier kommen junge Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammen, ringen um gemeinsame Positionen und übernehmen Verantwortung für unsere Gesellschaft. Das ist gelebte Demokratie. Unsere Vielfalt und unsere Solidarität machen uns stark“, betonten die DBJR-Vorsitzenden Daniela Broda und Wendelin Haag.
Mit dem Antrag des DBJR-Vorstands „Für eine starke Kinder- und Jugendhilfe, die junge Menschen in den Mittelpunkt stellt“ positionierte sich die Vollversammlung für eine konsequent an den Rechten, Interessen und Bedürfnissen junger Menschen ausgerichtete Kinder- und Jugendhilfe. Angesichts zunehmenden finanziellen Drucks und aktueller Reformdebatten fordert der DBJR, die Kinder- und Jugendhilfe nicht auf Kostenfragen zu reduzieren, sondern ihren eigenständigen, präventiven und beteiligungsorientierten Auftrag zu stärken. Dazu gehören insbesondere die Absicherung niedrigschwelliger Angebote, die Stärkung der Selbstorganisation und Interessenvertretung junger Menschen sowie eine verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierung.
„Kinder- und Jugendhilfe muss von den jungen Menschen aus gedacht werden – nicht von den Haushaltszwängen der öffentlichen Hand. Wer bei Prävention, Beteiligung und Jugendverbandsarbeit spart, gefährdet wichtige Grundlagen für ein gutes Aufwachsen. Wir brauchen eine starke Kinder- und Jugendhilfe, die junge Menschen unterstützt, ihre Rechte sichert und ihnen Räume für Selbstbestimmung und Mitgestaltung eröffnet“, erklärte die DBJR-Vorsitzende Daniela Broda.
Neben dieser Position beschloss die Vollversammlung weitere wegweisende jugendpolitische Positionen:
Alle Beschlüsse werden zeitnah auf der Website des Bundesjugendrings veröffentlicht.
Die Delegierten wählten Isabel Rutkowski (Bund der Deutschen Katholischen Jugend – BDKJ) zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden des Bundesjugendrings. Sie folgt auf Lena Bloemacher (BDKJ), die ihr Vorstandsmandat zum 31. August 2026 auf eigenen Wunsch niedergelegt hatte.
Der Bundesjugendring dankte Lena Bloemacher im Rahmen der Vollversammlung sehr herzlich für ihr Engagement und ihren Einsatz für die Interessen junger Menschen.
„Ich danke den Delegierten für ihr Vertrauen und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit im Bundesjugendring. Als stellvertretende Vorsitzende im DBJR möchte ich Jugendpolitik aktiv mitgestalten und dafür eintreten, dass die Perspektiven und Interessen junger Menschen in politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden“, erklärte Isabel Rutkowski nach ihrer Wahl.
Auch in diesem Jahr begrüßte der Bundesjugendring internationale Gäste von vier Partnerjugendringen. Vertreter*innen aus Albanien, Moldau, der Schweiz und der Ukraine nahmen an der Vollversammlung teil. Das gemeinsame Abendprogramm am Freitag bot Gelegenheit für den Austausch über die Situation junger Menschen und die Arbeit der Jugendverbände in den verschiedenen Ländern.
Viele der Partnerjugendringe arbeiten unter schwierigen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen. Krieg, politische Unsicherheiten und zunehmender Druck auf die Zivilgesellschaft stellen die Jugendorganisationen vor große Herausforderungen. Gerade unter diesen Bedingungen sind unabhängige Jugendverbände und die demokratische Interessenvertretung junger Menschen von besonderer Bedeutung. Die internationale Zusammenarbeit und die gegenseitige Solidarität über Ländergrenzen hinweg sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Bundesjugendrings.
„Wir können und müssen von unseren internationalen Partnerorganisationen lernen: Wie halten wir Strukturen unter Druck handlungsfähig? Wie organisieren wir Unterstützung? Wie setzen wir uns gemeinsam politisch durch? Dafür ist dieser Austausch so wichtig.“ betonte der DBJR-Vorsitzende Wendelin Haag.
Der DBJR-Vorstand stellte in seinem Arbeitsbericht die jugendpolitische Arbeit des vergangenen Jahres vor. Der schriftliche Vorstandsbericht war den Delegierten bereits im Vorfeld der Vollversammlung vorgelegt worden. Die Vollversammlung befasste sich außerdem mit der Jahresrechnung 2025 und dem Bericht der Revision, entlastete den Vorstand und verabschiedete die Haushaltspläne 2027 für den DBJR und die Juleica GmbH.