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Digitale Räume bestimmen zunehmend den Alltag junger Menschen – mit ambivalenter Wirkung: Sie eröffnen Zugänge zu Wissen, Austausch und Teilhabe, können aber auch Stress, Vergleichsdruck, Ablenkung oder Einsamkeit verstärken. Studien zeigen, dass es um das Wohlbefinden nicht gut steht: Laut Deutschem Schulbarometer fühlte sich 2025 ein Viertel der 8- bis 17-Jährigen psychisch belastet. Die DAK-Mediensuchtstudie 2026 gibt für 22 Prozent der 10- bis 17-Jährigen zudem ein riskantes und für 7 Prozent ein pathologisches Verhalten bei der Nutzung sozialer Medien an. Trotz des offenkundigen Handlungsbedarfs greifen reine Verbotsdebatten zu kurz. Vielmehr braucht es eine Strategie, die Schutz, Befähigung und Teilhabe verbindet.
Das vom Forum Bildung Digitalisierung erstellte Orientierungspapier „Digital Wellbeing“ bündelt zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse zur Nutzung von Social Media, Künstlicher Intelligenz und Smartphones sowie zu deren Wirkungen auf das Wohlbefinden junger Menschen. Am Beispiel von sieben Ländern – Finnland, Irland, Niederlande, Spanien, Neuseeland, Kanada und Singapur – bietet es einen Überblick, wie sich Digital Wellbeing im Schulsystem und darüber hinaus in Curricula, Strategien, Monitoring und Fortbildung verankern lässt. Es zeigt zudem auf, welche Ansätze bereits heute in Deutschland existieren. Auch die Einschätzung von Jugendlichen aus dem Beteiligungsprojekt Generation BD kommt im Orientierungspapier zum Ausdruck.
„Digitales Wohlbefinden ist ein zentraler Aspekt chancengerechter Bildung in der Kultur der Digitalität. Die digitale Transformation an Schulen kann nur gelingen, wenn Schule die Potenziale digitaler Medien und Technologien systematisch erschließt und zugleich möglichen Risiken für die mentale Gesundheit gezielt begegnet“, erklärt Ralph Müller-Eiselt, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung.
Das Orientierungspapier richtet sich an alle, die im und am System Verantwortung tragen: an Schulleitungen und ihre Teams ebenso wie an Schulträger, Schulaufsichten, Lehrkräfte sowie Verantwortliche in der Bildungsverwaltung und -politik. Auf Grundlage der verschiedenen Perspektiven formuliert das Papier sieben Gelingensbedingungen einer Digital-Wellbeing-Strategie für junge Menschen in Deutschland und bietet Impulse für eine häufig polarisiert geführte Debatte.
Das Forum Bildung Digitalisierung setzt sich für die gelingende digitale Transformation des Schulsystems ein. Uns leitet das Ziel einer chancengerechten Bildung, die allen Kindern und Jugendlichen eine aktive Teilhabe an der digital geprägten Gesellschaft ermöglicht. Dazu bauen wir Brücken und fördern den lösungsorientierten Austausch zwischen Schulpraxis, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Wir stiften Orientierung zu aktuellen Herausforderungen der Bildungssteuerung und Schulentwicklung in der Kultur der Digitalität. Und wir bieten skalierbare Praxislösungen für systemische Bedarfe wie die Qualifizierung oder Zusammenarbeit von Schulleitungen, Schulträgern und Schulaufsichten.