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Inhaltsverzeichnis

1 Koedukation

 

 

1.1 Definition

Das Wort Koedukation setzt sich zusammen aus dem lateinischen "con"= zusammen" und dem lateinischen "educere"= erziehen. Heute wird unter dem Begriff Koedukation vor allem die gemeinsame Erziehung und Bildung von Mädchen und Jungen verstanden.

1.1.1 Reflexive Koedukation

In letzter Zeit gerät der Begriff "reflexive Reflexion" weiter ins öffentliche Bewusstsein, deshalb hier auch eine kurze Erklärung zu diesem Begriff:

Er wurde in der wissenschaftlichen Diskussion 1996 von Hannelore Faulstich-Wieland und Marianne Horstkemper geprägt.

"Reflexive Koedukation heißt für uns, dass wir alle pädagogischen Gestaltungen daraufhin durchleuchten wollen, ob sie die bestehenden Geschlechterverhältnis eher stabilisieren, oder ob sie eine kritische Auseinandersetzung und damit ihre Veränderung fördern." (Faulstich-Wieland/Horstkemper 1996)

 

Für unsere Arbeit bedeutet dies eine geschlechtersensible Ausrichtung der gemeinsamen Erziehung von Mädchen und Jungen: die Berücksichtigung der spezifischen Ausprägungen im Rollenverhalten von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern und das Aufbrechen von Stereotypen.

Quelle: learn-line.nrw.de

2 Material

2.1 Standards für geschlechtsbewusste Arbeit

Was ist denn nun geschlechtsbewusste Arbeit? Geschlechtsspezifisch, geschlechtshomogen, jetzt auch noch geschlechtsbewusst? Hierbei geht es darum, zu realisieren, dass Mädchen und Jungen zwar gleichberechtigt sind (oder sein sollten), aber das heißt noch lange nicht, dass sie gleich sind! Um mit einem Zitat von Virginia Woolf anzuschließen: »Obwohl wir dieselbe Welt erblicken wie ihr, sehen wir sie mit anderen Augen.« Damit ist das männliche Gegenüber gemeint.
Mädchen sind nicht besser als Jungen oder Jungen besser als Mädchen und oft sind auch Mädchen sehr verschieden. Trotzdem hat die Ev. Jugend im Juni 2000 die Standards, die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen berücksichtigt werden sollten, formuliert und verabschiedet. Sie bieten Chancen, den Kids gerechter zu werden und ihrer Lebenswelt näher zu kommen. Viel Spaß beim Stöbern!
Und wenn ihr jetzt noch Lust habt, diese Ideen umzusetzen, dann werft einen Blick auf die Seite www.ejh.de
Eine umfangreichere Ideensammlung ist gerade in Arbeit.

2.2 Juleica

Praxishandbuch G zur geschlechtsbewussten Jugendarbeit"
Einführung für Jugendleiterinnen und Jugendleiter in die Themen: Mädchenarbeit, Jungenarbeit, geschlechtsbewusste Jugendarbeit und
Gender Mainstreaming, 80 Seiten, 2004.
Herausgeber: Landesjugendring Nds. e.V.
Für JULEICA-Inhaberinnen 1,00 EUR.

3 Praxisprojekte

 

3.1 NextNetz

 

3.1.1 »Raus aus der Prinzenrolle, runter von der Erbse und rein in den Geschlechterdschungel!«

Projektinhalte
Ziel des Projektes "Raus aus der Prinzenrolle, runter von der Erbse und rein in den Geschlechterdschungel" ist die Qualifikation von ehrenamtlichen jungen Erwachsenen für die geschlechterreflektierende Jugendbildungsarbeit mit sog. bildungsfernen Jugendlichen. Im Rahmen dieser Qualifikationsmaßnahme haben wir pädagogische Konzepte entwickelt, wie mit Jugendlichen zur Geschlechterthematik gearbeitet werden kann. Diese Konzepte bieten auf der Grundlage einer Prozess- und Ressourcenorientiertung Jugendlichen den Raum, eigene und fremde Geschlechtsrollenerwartungen und -erfahrungen zu reflektieren sowie praktische Alternativen zu entwicklen und erproben. Träger: DGB Jugend Südniedernachsen-Harz, Region: Göttingen (Kreis)

Dokumentation und Kommentare zum Projektverlauf
Tagesseminar Methodenausarbeitung
Am 28.2.06 haben wir in einem Tagesseminar an der Anpassung theater- und medien-pädagogischer Methoden an die speziellen Bedingungen geschlechtersensibler Arbeit mit bildungsfernen Jugendlichen gearbeitet. Methodenblöcke im Theaterpäd-Bereich (die je nach TeilnehmerInnen angepasst werden) haben wir fast fertig gestellt. Sobald Methodenblöcke ganz fertig sind, findet Ihr sie in der Juleica-Datenbank.
   

3.2 Karlotta

Wenn man an einem bunten Zelt vorbeischaut, in dem sich Menschen tummeln, die scheinbar nicht alle Tassen im Schrank haben und sich kleiden als wären sie Prinzessinnen oder Bauarbeiterinnen, dann schaut man genau richtig.
 
Doch was soll das alles?
Karllotta, der Ausschuss der Ev. Landesjugendkammer für geschlechtsbewusste Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat sich zur Aufgabe gemacht, auf Dinge hinzuweisen, die für viele als Normalität angesehen werden, aber voller Klischees sind. Gerade im Zusammenhang mit Geschlecht und Gender kann man viele dieser Klischees entdecken. Daher versucht Karllotta die vor einigen Jahren beschlossenen geschlechtsbewussten Standards in der evangelischen Jugend bekannt zu machen und dafür zu sorgen, dass sie bewusst eingesetzt werden.
 
Das geschah auf dem Landesjugendcamp vom 11.-13.06.04 mit mehreren Aktionen:
In dem eingangs erwähnten bunten Zelt herrschte ein reges Treiben um Kleidungsstücke und Mädchen und Jungen, die sich ihnen bemächtigten. Ihre Aufgabe bestand darin, sich in das andere Geschlecht hinein zu versetzen, indem sie Kleidungstücke anziehen konnten, die sie in ihrem normalen Umfeld ohne verächtliche Kommentare nicht hätten anziehen können. Dabei konnten sie sehen und erleben, wie sie im anderen und auf das andere Geschlecht wirken. Um es für sie zu visualisieren, bekamen sie die Möglichkeit, sich ablichten zu lassen und via selbstgebauten Bilderrahmen ihr eigenes Kunstwerk zu vollenden. Da Karllotta die »Kunstform der Aktionsfotografie« wählte, kam zu jedem Rahmen noch der eigene Name und eine einsätzige Beschreibung dazu. Beispielsweise schrieb eine Gruppe von Mädchen, die sich als Bauarbeiterinnen ablichten ließen: »Das sind wahre Männer« auf ihren Bilderrahmen. Oder ein Junge, der im Kleid posierte schrieb: »Eine schöne Prinzessin«.
 
Wichtig an diesen Bildern ist, dass sie nie peinlich sind. Man sieht ihnen eher an, dass sie zwar etwas skurril wirken, aber einen Teil der Realität widerspiegeln, denn in jedem Menschen stecken weibliche und männliche Nuancen. Bei Berücksichtigung dieser Zweideutigkeit bekommen Menschen die Möglichkeit geboten, sich ihres Geschlechtes bewusst zu werden und auch das andere Geschlecht besser zu verstehen. Mit den Klischees und ob sie überhaupt zutreffen beschäftigte sich eine weitere Aktion, die vor dem Karllotta-Zelt stattfand.
 
Während zwei Gruppen oder Menschen unterschiedlichen Geschlechts Krocket spielten, mussten sie um weiter zu kommen einige Fragen beantworten, die sich hauptsächlich auf Eigenschaften beziehen, die das jeweils andere Geschlecht statistisch gesehen hat. War ihre Einschätzung richtig, durften Sie weiter spielen. Dabei kamen Antworten heraus, mit denen nicht gleich gerechnet werden konnte. Jungen und Mädchen konnten so erkennen, dass viele ihrer vorgefertigten Meinungen und Einschätzungen faktisch nicht zutrafen und waren dementsprechend überrascht. Manche mussten deshalb einige Schläge aussetzen.
 
Die Personen, die nicht viel Zeit mitgebracht hatten, konnten auf Tafeln schreiben oder von ihnen erfahren, was die Camp-Teilnehmenden über ihr eigenes Geschlecht bzw. über das andere denken. Die Tafeln waren bestückt mit zu beendenden Sätzen wie

  • »Mädchen sagen, Mädchen sind...« bzw.
  • »Mädchen sagen, Jungen sind...« und
  • »Jungen sagen, Jungen sind...« bzw.
  • »Jungen sagen, Mädchen sind...«.

 
Mädchen und Jungen konnten somit aufschreiben, was sie von Jungen denken, aber auch was sie über Mädchen denken. Z.B. schrieben Mädchen über ihr eigenes Geschlecht, dass sie kompliziert, launisch, hilfsbereit, schlau, aber manchmal ganz schön dumm, zickig oder auch hinterhältig sind. Jungen finden Mädchen gefühlvoll, hinterlistig, eigenartig, pingelig, anspruchsvoll und auch zickig. Jungen schreiben über sich selber, dass sie nett, besser als Mädchen, genau richtig, immer alles im Griff haben, echte Kumpel sind. Die Mädchen sehen das ein wenig anders: alleine, sind sie besser als mit ihren Freunden (dann sind sie Riesenmachos), chaotisch, geheimnisvoll, kindisch, auch nur Menschen und schüchtern sind. Man muss nicht jede Meinung teilen, aber spannend ist es schon, diese Aussagen zu lesen. Martin Schweppe Ehrenamtlicher; Gabi Gust; Referentin im Ev. Landesjugendpfarramt

4 Weblinks

www.juppidu.de/juppidu/schule%20beruf/Koedukation.html
de.wikipedia.org/wiki/Koedukation

www.ljr.de


Geändert am 03.02.2017 09:06 von Joscha Benkowitz

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