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Jugendliche sind mehr als Schüler-innen!


„Wir Jugendlichen werden doch nur als Schüler gesehen. Wir sollen lernen, lernen, lernen“ – Die jüngst veröffentlichten Ergebnisse der Studie der Universitäten Hildesheim und Frankfurt zur Lebenssituation Jugendlicher in Zeiten der Corona-Pandemie machen deutlich, dass die Bedürfnisse und Belange von Jugendlichen in den letzten 2 Monaten zu wenig berücksichtigt wurde.


Junge Menschen brauchen Freiräume zur eigenen Entfaltung. Sie müssen die Möglichkeit haben, sich mit anderen Jugendlichen unverzweckt zu treffen und sie brauchen Freizeitmöglichkeiten außerhalb der elterlichen Wohnung. 

Der Landesjugendring Niedersachsen e.V. kritisiert daher, dass bei den bislang beschlossenen Lockerungen solche Angebote für junge Menschen nicht berücksichtigt wurden: „Erwachsene können sich mit befreundeten Pärchen in der Gaststätte treffen, aber Jugendliche nicht mit ihren engsten Freund-inn-en im Jugendzentrum. Erwachsene dürfen in ihrer Freizeit in die Volkshochschule gehen, aber Jugendliche sich nicht in der Jugendgruppe treffen“ verdeutlicht LJR-Vorstandssprecherin Claudia Nickel die Situation junger Menschen. 

Sie fordert die Niedersächsische Landesregierung auf, jungen Menschen wieder die Teilhabe an Freizeitangeboten der Jugendarbeit zu ermöglichen: Der Landesjugendring Niedersachsen und die Landesarbeitsgemeinschaft der Offenen Kinder- und Jugendarbeit haben dazu eine umfangreiche Stellungnahme (PDF) vorgelegt, unter welchen Voraussetzungen solche Angebote wieder stattfinden könnten. Leider gebe es noch keine Rückmeldung der Landesregierung dazu.

Auf absolutes Unverständnis stoßen bei den Jugendverbänden daher auch Überlegungen im politischen Raum, in den Sommerferien eine „Sommerschule“ anzubieten: „Jugendliche haben in den letzten Wochen nicht gefaulenzt! Homeschooling bedeutet für viele Schüler-innen eine sehr große Belastung. Die Sommerferien müssen als Zeit der Regeneration gerade nach so belastenden Monaten erhalten bleiben. Es braucht keine Sommerschule, es braucht jetzt Planungssicherheit, ob und welche Angebote der Jugendarbeit in den Ferien stattfinden dürfen.“ betont Nickel. Nur, wenn die Jugendgruppen und Vereine rasch wüssten, was für Angebote dann (sofern es nicht wieder zu einer erhöhten Zahl Infizierter kommt) erlaubt sein werden, könnten Planungen oder die Entwicklung neuer Angebote fortgesetzt werden. „Die meisten Ehren- und Hauptamtlichen in der Jugendarbeit wollen wieder loslegen und Kindern und Jugendlichen eine tolle Ferienzeit ermöglichen. Wenn die Rahmenbedingungen klar sind, werden sie ihre Planungen darauf anpassen und das Beste für junge Menschen in diesem Sommer möglich machen.“, ist sich die Vorstandssprecherin des LJR sicher.

Hintergrundinformationen:

Der Landesjugendring Niedersachsen e.V. ist der Zusammenschluss der 19 landesweit organisierten niedersächsischen Jugendverbände. Er vertritt die Interessen von ca. 80 einzelnen Jugendverbänden und etwa 200 kommunalen Jugendringen sowie die Interessen der jungen Menschen in Niedersachsen. Ferner unterstützt der LJR das ehrenamtliche Engagement von 50.000 Jugendleiter-inne-n in der Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachs

Studienergebnisse: Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen

Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie JuCo – Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen. Die Befragung wurde vom Forschungsverbund "Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit" umgesetzt, der sich aus den Universitäten Hildesheim, Frankfurt und Bielefeld zusammensetzt. Über 5.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren sind in die Analysen eingeflossen und zeigen auf, wie es den jungen Menschen geht und welche Botschaften sie haben (Link).

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